{"id":157,"date":"2009-01-18T23:44:54","date_gmt":"2009-01-18T21:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dp-ag.org\/de\/?p=157"},"modified":"2023-04-14T17:05:29","modified_gmt":"2023-04-14T15:05:29","slug":"27282-tagung-geschichte-recht-politik-in-memoriam-helmut-ridder-1919-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/propagandaundwiderstand.de\/dpag\/27282-tagung-geschichte-recht-politik-in-memoriam-helmut-ridder-1919-2007\/","title":{"rendered":"27.\/28.2. &#8211; Tagung: Geschichte \u2013 Recht \u2013 Politik. In memoriam Helmut Ridder (1919-2007)"},"content":{"rendered":"<p>Freie Universit\u00e4t Berlin in Verbindung mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V., der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft e.V. und der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft.<br \/>\nSchirmherrschaft: Hans Koschnick, B\u00fcrgermeister a.D. der Freien Hansestadt Bremen<\/p>\n<p>Die im Seminarzentrum der Freien Universit\u00e4t Berlin stattfindende Tagung widmet sich Helmut Ridder, einem deutschen Verfassungsjuristen und linksliberalen B\u00fcrgerrechtler, der zu vielen verfassungsrechtlichen Streitfragen seiner Zeit Stellung nahm und dabei die demokratischen Grundrechte wiederholt gegen eine Bedrohung durch autorit\u00e4re Herrschaftsanspr\u00fcche verteidigte. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen im Grenzbereich von Verfassungsrecht und politischer Wissenschaft. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung des Zweiten Weltkriegs verstand Ridder die Gr\u00fcndung der Bundesrepublik Deutschland als M\u00f6glichkeit eines Neuanfangs und betrachtete die Westbindung als eine Voraussetzung hierzu. Im Jahr 1947 promovierte er an der Universit\u00e4t M\u00fcnster mit einer Dissertation zu \u201eWesen und Friedensaufgabe des Waffenstillstandes\u201c. Nach seiner Habilitation Anfang der 1950er Jahre arbeitete er als Professor an der Johann Wolfgang Goethe-Universit\u00e4t in Frankfurt am Main. Er erstritt vor dem Bundesverfassungsgericht die Streichung des \u201ev\u00e4terlichen Stichentscheids\u201c (\u00a7 1628) aus dem B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, der dem Vater in Erziehungsfragen die allerletzte Entscheidung zusprach. Von 1959 an lehrte Ridder als Professor an der Universit\u00e4t Bonn und wurde 1965 an die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Giessen berufen, wo er bis 1988 als Professor f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht und die Wissenschaft von der Politik arbeitete. Hier wirkte er mit an der Entwicklung des \u201eGiessener Modells\u201c in der Juristenausbildung, das Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft verzahnte. In den 1960er Jahren trat Helmut Ridder f\u00fcr die Aufhebung des KPD-Verbots ein, da die Legalit\u00e4t der KPD seiner Auffassung nach verfassungsrechtlich zu erstreiten sei. Als die Mitglieder der stattdessen gegr\u00fcndeten DKP anschlie\u00dfend von der Bundesregierung mit Berufsverboten belegt wurden, bezeichnete er dies als \u201eAu\u00dferkraftsetzung von demokratischen Grundrechten\u201c. Ende der 1970er Jahre stand Ridder an der Spitze der Bewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss und initiierte den Kongress \u201eDer Atomtod bedroht uns alle\u201c, bei dem der \u201eKrefelder Appell\u201c gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen verabschiedet wurde. Obwohl Helmut Ridder vor allem in der bundesdeutschen Linken Anerkennung fand, war er selbst kein Marxist, sondern verstand sich als \u201em\u00fcnsterl\u00e4ndischer Katholik\u201c. Er war Mitbegr\u00fcnder und Herausgeber der Zeitschrift \u201eNeue politische Literatur\u201c und mehr als drei Jahrzehnte Mitherausgeber der \u201eBl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik\u201c. In seinem Einsatz f\u00fcr den Erhalt und die Weiterentwicklung einer friedensorientierten Bundesrepublik verstand er schon fr\u00fch eine Vers\u00f6hnung mit Polen als unerl\u00e4sslich. Seine Bem\u00fchungen um die Verst\u00e4ndigung zwischen Deutschen und Polen wurden 1983 von der Universit\u00e4t Lodz durch die Verleihung eines Ehrendoktortitels gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Freitag, 27. Februar 2009<\/p>\n<p>10.00: Er\u00f6ffnung der Tagung, Gru\u00dfworte<\/p>\n<p>10.30: Prof. Dr. Christoph Koch (Freie Universit\u00e4t Berlin):<br \/>\n\u201ePolitik ist die Praxis der Wissenschaft des Notwendigen\u201c. Helmut Ridder (1919-2007)<\/p>\n<p>11.15: Prof. Dr. Ingeborg Maus (Universit\u00e4t Frankfurt am Main):<br \/>\nAktuelle Paradoxierungen von Recht und Souver\u00e4nit\u00e4t. Eine demokratietheoretische Perspektive<\/p>\n<p>12.00: Prof. Dr. Christoph M\u00fcller (Freie Universit\u00e4t Berlin):<br \/>\nErst einmal die b\u00fcrgerliche Revolution zuende bringen!<\/p>\n<p>12.45: Mittagspause<\/p>\n<p>14.00: Prof. Dr. Lothar Albertin (Universit\u00e4t Bielefeld):<br \/>\nDie Selbstpreisgabe der Weimarer Republik in der politischen Mitte<\/p>\n<p>14.45: Prof. Dr. Wolfgang Wippermann (Freie Universit\u00e4t Berlin):<br \/>\nAbendroth und Ridder \u2013 zwei Streiter gegen die Notstandsgesetze<\/p>\n<p>15.30: Kaffeepause<\/p>\n<p>16.15: Prof. Dr. Frank Deppe (Universit\u00e4t Marburg):<br \/>\nHelmut Ridder und Wolfgang Abendroth in der Auseinandersetzung um die Politik der Berufsverbote in den siebzieger Jahren<\/p>\n<p>16.45: Dr. Otmar Jung (Freie Universit\u00e4t Berlin):<br \/>\nDas Bundesverfassungsgericht und die direkte Demokratie<\/p>\n<p>Samstag, 28. Februar 2009<\/p>\n<p>9.00: Prof. Dr. Otto Ernst Kempen (Universit\u00e4t Frankfurt):<br \/>\nPerspektiven des Sozialstaats. Ein verfassungstheoretisches Konfliktfeld<\/p>\n<p>10.00: Gerhart R. Baum (Innenminster a.D., K\u00f6ln):<br \/>\nDie Bundesrepublik im Spannungsfeld von Sicherheit und Freiheit<\/p>\n<p>10.45: Dr. Dieter Deisenroth (Bundesverwaltungsgericht Leipzig):<br \/>\nZum Friedensangebot des Grundgesetzes<\/p>\n<p>11.30: Kaffeepause<\/p>\n<p>12.00: Prof. Dr. Ulrich K. Preuss (Freie Universit\u00e4t Berlin):<br \/>\nHelmut Ridder als v\u00f6lkerrechtlicher Autor<\/p>\n<p>12.45: Mittagspause<\/p>\n<p>14.00: Prof. Dr. Gerhard Stuby (Universit\u00e4t Bremen):<br \/>\nZum Mythos der \u201eWiedervereinigung\u201c<\/p>\n<p>14.45: Prof. Dr. Jan Barcz (Kolegium Prawa WSPiZ im. L. Kozminskiego Warszawa):<br \/>\nDie Vereinigung Deutschlands und die polnisch-deutsche Grenze<\/p>\n<p>15.30: Kaffeepause<\/p>\n<p>16.00: Prof. Dr. Samuel Salzborn (Universit\u00e4t Gie\u00dfen):<br \/>\nVon der rechtlichen (Re-)Konstruktion einer Minderheit zu ihrer politischen Instrumentalisierung<\/p>\n<p>16.45: Prof. Dr. Norman Paech (Universit\u00e4t Hamburg):<br \/>\nDeutsche Au\u00dfenpolitik und V\u00f6lkerrecht<\/p>\n<p>17.30: Tagungsende<\/p>\n<p>Freitag, 27.2. \u2013 Samstag, 28.2.2008<br \/>\nSeminarzentrum der Freien Universit\u00e4t Berlin<br \/>\nOtto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin, Raum L 115<\/p>\n<p>Teilnahmebeitrag: 15 EUR (erm\u00e4\u00dfigt\/Studenten: 7 EUR) \u2013 zu zahlen an der Tageskasse<br \/>\nAnmeldung per E-mail \u00fcber: konferenzbuero@polen-news.de<br \/>\nAnmeldung per Fax (an Manfred Feustel): 02858-7945<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nFreie Universit\u00e4t Berlin in Verbindung mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V., der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft e.V. und der&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/propagandaundwiderstand.de\/dpag\/27282-tagung-geschichte-recht-politik-in-memoriam-helmut-ridder-1919-2007\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;27.\/28.2. &#8211; Tagung: Geschichte \u2013 Recht \u2013 Politik. 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