{"id":58,"date":"2004-11-17T22:26:44","date_gmt":"2004-11-17T20:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dp-ag.org\/de\/?p=58"},"modified":"2023-04-14T19:38:49","modified_gmt":"2023-04-14T17:38:49","slug":"17-november-2004-vortrag-dr-maria-rutowska","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/propagandaundwiderstand.de\/dpag\/17-november-2004-vortrag-dr-maria-rutowska\/","title":{"rendered":"17. November 2004 &#8211; Vortrag Dr. Maria Rutowska"},"content":{"rendered":"<p>Zeitgeschichtlicher Vortrag und Diskussionsforum in Berlin mit Dr. Maria Rutowska, Poznan, \u00fcber die Vertreibung der polnischen Bev\u00f6lkerung aus dem Reichsgau Wartheland in das Generalgouvernement 1939-1941. Polnischsprachiger Vortrag mit deutscher \u00dcbersetzung (Elzbieta Blumenbach)<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der <a href=\"http:\/\/www.dpgberlin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.hausderdemokratie.de\/artikel\/stiftung.php4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stiftung Haus der Demokratie<\/a><\/p>\n<p>Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden im deutsch besetzten Westen Polens 1939-45 Hunderttausende Polen und Juden aus ihren Wohnungen, H\u00e4usern und H\u00f6fen vertrieben, entsch\u00e4digungslos enteignet und deportiert. Sowohl die Deportationen der Juden wie auch die der Polen waren in Berlin zentral geplant worden. Die polnische Zeithistorikerin Maria Rutowska berichtet \u00fcber diese Vertreibungen. Sie befa\u00dft sich seit Mitte der 1980er Jahre mit der nationalsozialistischen Besatzungszeit in Westpolen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs und publizierte letztes Jahr ein Buch zu diesem Thema.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungsort:<\/strong> Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin, Greifswalder Str. 4, Robert-Havemann-Saal<\/p>\n<p>Maria Rutowska, Wysiedlenia ludnosci polskiej<br \/>\nz Kraju Warty do Generalnego Gubernatorstwa 1939 &#8211; 1941<br \/>\n(Prace Instytutu Zachodniego Nr. 71).<br \/>\nInstytut Zachodni, Poznan 2003.<br \/>\nISBN 83-87688-42-8.<br \/>\n238 Seiten und 62 Seiten Anhang<br \/>\nPLN 45,00<\/p>\n<p>Nach Angaben der Autorin ist die erste Auflage vergriffen. (November 2004)<\/p>\n<p>Das Grundziel der Nazi-Ideologie, das dann auch in der Politik des Dritten Reiches gegen\u00fcber Osteuropa verfolgt wurde, war die Einbeziehung dieser Gebiete in den deutschen \u201cLebensraum\u201d und deren \u201cGermanisierung\u201d. Das bedeutete, dass die \u201cfremden\u201d V\u00f6lker von dort entfernt und ausgew\u00e4hlte Deutsche dort angesiedelt werden sollten. Zu den effektivsten Ma\u00dfnahmen zur Realisierung der nationalsozialistischen Expansionspolitik in den besetzten polnischen Gebieten z\u00e4hlte die Zwangsaussiedlung der einheimischen Bev\u00f6lkerung, die mit wachsendem Nachdruck w\u00e4hrend der ganzen Dauer des Zweiten Weltkriegs durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Auf der Basis von zwei Verordnungen Hitlers vom 8. und vom 12. Oktober 1939 wurden die im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzten polnischen Gebiete in zwei Teile aufgespalten: Ein Teil wurde in das Reich eingegliedert, der andere erhielt den Status eines Generalgouvernements f\u00fcr die besetzten polnischen Gebiete (GG). In den in das Dritte Reich eingegliederten polnischen Gebieten wurde erstmalig die Konzeption der \u201cGermanisierung\u201d verwirklicht. Dieses wichtige Ziel der deutschen Kolonisationspolitik wurde am weitreichendsten im \u201cReichsgau Wartheland\u201d verwirklicht, der vollst\u00e4ndig aus besetzten polnischen Gebieten gebildet worden war. Die Entfernung der \u201cfremdv\u00f6lkischen\u201d polnischen Bewohner sollte vor allem durch Aussiedlungsma\u00dfnahmen verwirklicht werden. Von Dezember 1939 bis Mitte M\u00e4rz 1941 waren davon mehr als 280 000 Polen und Juden betroffen; das waren mehr als 76 % der insgesamt 365 000 Menschen aus den in das Reich eingegliederten polnischen Gebieten.<\/p>\n<p>Mit der Problematik der Planung und Realisierung der deutschen Aussiedlungs- und Kolonialisierungspolitik auf polnischem Boden w\u00e4hrend der deutschen Besatzung haben sich schon viele Historiker, Juristen, \u00d6konomen und Vertreter anderer wissenschaftlicher Disziplinen besch\u00e4ftigt. Davon zeugt die inzwischen ver\u00f6ffentlichte reichhaltige Quellen- und Forschungsliteratur. In diesen Arbeiten werden eigentlich alle Aus- und Umsiedlungsformen beschrieben, die die deutsche Besatzungsmacht gegen\u00fcber der polnischen Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend des Krieges angewandt hat; es fehlte jedoch bisher eine zusammenfassende Untersuchung der Aussiedlung der Polen aus den in das Reich eingegliederten polnischen Territorien in das Generalgouvernement, die sowohl quantitativ als auch qualitativ eine eigenst\u00e4ndige Kategorie darstellt. Denn in das GG wurden von 1939 bis 1941 in organisierten Aktionen etwa 365 000 Personen umgesiedelt, die von der Besatzungsmacht genau definierten Bev\u00f6lkerungsgruppen angeh\u00f6rten. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Aussiedlungen wurden besondere Institutionen geschaffen und eigene Vorschriften und Verf\u00fcgungen \u00fcber die anzuwendenden Methoden ausgearbeitet sowie bestimmte Polizeieinheiten eingesetzt.<\/p>\n<p>Die Untersuchung gliedert sich in f\u00fcnf Teile, die folgende Themen behandeln: Die Aus- und Umsiedlungsaktionen auf den besetzten polnischen Territorien in den Jahren 1939 bis 1945; die Pl\u00e4ne und der Umfang der Aussiedlungen aus dem Warthegau in das Generalgouvernement 1939 bis 1941; die Organisation und die Durchf\u00fchrungsformen der Aussiedlungen; die Umsiedlerlager in Gro\u00dfpolen (Wielkopolska) sowie die Organisation und der Verlauf der Transporte. Neben der schon vorhandenen Literatur und den ver\u00f6ffentlichten Dokumenten st\u00fctzt sich die Arbeit vor allem auf die Akten des \u201cChefs der Sicherheitspolizei und der Umwandererzentralstelle Posen\u201d. Ferner wurden andere deutsche Dokumente \u00fcber die Aussiedlungen hinzugezogen, darunter die Transportlisten der ausgesiedelten Polen, die in verschiedenen Archiven lagern. Genutzt wurden auch die Akten \u00fcber die von der \u201cKreiskommission zur Untersuchung der Verbrechen gegen das polnische Volk\u201d des Instituts des Nationalen Gedenkens in Poznan durchgef\u00fchrten Verfahren mit den pers\u00f6nlichen Bekundungen, Berichten und Erinnerungen der von den Aussiedlungen betroffenen Personen; denn sie enthalten eine Menge Fakten, enth\u00fcllen die verschiedenen Vorgehensweisen der Besatzungsmacht und zeigen, wie die polnische Bev\u00f6lkerung darauf reagiert hat.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung der \u201cVolkstumspolitik\u201d in den dem Deutschen Reich einverleibten Gebieten wurde dem Reichsf\u00fchrer SS und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler, \u00fcbertragen, der mit der Verordnung vom 7. Oktober 1939 zum \u201cReichskommissar f\u00fcr die Festigung des Deutschen Volkstums\u201d (RKFDV) ernannt worden war. Er erlie\u00df am 30. Oktober 1939 eine Verf\u00fcgung \u00fcber den Beginn der Aussiedlung der polnischen Bev\u00f6lkerung. Den Auftrag f\u00fcr deren Durchf\u00fchrung auf den verschiedenen dem Reich eingegliederten und dem GG angeschlossenen Gebieten erhielten die Inspektoren der Sicherheitspolizei (Sipo) und des Sicherheitsdienstes (SD). Unmittelbar beteiligt an den Aktionen waren Gendarmerie, Schutzpolizei, Selbstschutz sowie SA- und SS-Einheiten. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Umsiedlungsaktionen wurden besondere Beh\u00f6rden eingerichtet, an deren Spitze Funktion\u00e4re des Sicherheitsdienstes (SD) standen. Deren Bezeichnungen wurden verschiedentlich ver\u00e4ndert &#8211; von anfangs \u201cStab f\u00fcr die Evakuierung und den Abtransport der Polen und Juden in das Generalgouvernement\u201d zu \u201cSonderstab f\u00fcr die Aussiedlung der Polen und Juden\u201d, \u201cUmwanderungsstelle\u201d und ab April 1940 zu \u201cUmwandererzentralstelle\u201d (UWZ).<\/p>\n<p>Die Aussiedlung der polnischen Bev\u00f6lkerung aus dem Warthegau in das GG vollzog sich in verschiedenen Etappen. Der \u201cErste Nahplan\u201d wurde von Anfang November bis zum 17. Dezember 1939 ausgef\u00fchrt. In diesem Zeitraum wurden aus dem Gebiet 87 883 Personen, zumeist Polen, deportiert. Im Rahmen des darauf folgenden \u201cZwischenplans\u201d wurden vom 10. Februar bis zum 15. M\u00e4rz 1940 aus diesem Gebiet 40 128 Polen ausgesiedelt, darunter 13 304 Personen aus der Stadt und dem Kreis Posen. Die h\u00f6chste Zahl erreichten die Aussiedlungen in das GG mit 121 594 Personen infolge des n\u00e4chsten Plans (\u201dZweiter Nahplan\u201d). Er wurde von Mai 1940 bis zum 20. Januar 1941 durchgef\u00fchrt. Au\u00dferdem wurden bis zum 15. M\u00e4rz 1941 aus dem Warthegau weitere 19 226 Personen in das GG ausgesiedelt. Insgesamt betrug damit die Zahl der von November 1939 bis M\u00e4rz 1941 aus dem Warthegau ins GG Ausgesiedelten nach zeitgen\u00f6ssischen deutschen Angaben 280 606 Personen.<\/p>\n<p>Der Auswahl der f\u00fcr die Aussiedlung bestimmten Polen richtete sich u.a. nach folgenden Kriterien: eine politische und gesellschaftliche Aktivit\u00e4t sowie ggf. Voraussetzungen f\u00fcr eine f\u00fchrende Rolle in der konspirativen T\u00e4tigkeit der polnischen Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung, Zugeh\u00f6rigkeit zur polnischen Intelligenz, der Besitz gr\u00f6\u00dferen Verm\u00f6gens und der Wohnsitz. Oft spielte auch eine ablehnende Haltung ortsans\u00e4ssiger Deutscher gegen\u00fcber bestimmten Polen eine Rolle.<\/p>\n<p>Die einzelnen Aussiedlungsaktionen der polnischen Bev\u00f6lkerung begannen damit, dass die jeweiligen Ortschaften oder in den St\u00e4dten ganze Stadtviertel oder Stra\u00dfen von starken Polizeikordons umstellt wurden. Dies geschah meist in den sp\u00e4ten Abendstunden oder fr\u00fchmorgens. Auf diese Weise wollte man die Aussiedler zu Hause antreffen, \u00fcberraschen und zugleich eine fr\u00fchzeitige Vorbereitung auf die \u201cEvakuierung\u201d verhindern. Zum Packen der zur Mitnahme erlaubten Dinge wurde meist nur eine halbe Stunde Zeit gelassen, selten mehr. Gestattet wurde die Mitnahme von Handgep\u00e4ck, das in der ersten Phase der Umsiedlung pro Erwachsenen12 kg und vom Fr\u00fchjahr 1940 an 25 oder 30 kg nicht \u00fcberschreiten durfte. F\u00fcr Kinder galt die H\u00e4lfte des Gewichts. Mitgenommen werden durften: warme Kleidung, Decken, Trink- und Essgef\u00e4\u00dfe, Lebensmittel f\u00fcr einige Tage und Dokumente. Die Polen durften von ihrem Geld 200 Zl.., Juden nur 50 Zl. pro Person mitnehmen. Vom 11. Dezember an betrug die Obergrenze f\u00fcr Polen 100 Zl. Sp\u00e4ter wurde diese Quote f\u00fcr Polen auf 50 RM, f\u00fcr Juden auf 25 RM festgesetzt. Dar\u00fcber hinaus gehende Summen und Eigentum wurden konfisziert &#8211; einschlie\u00dflich aller Wertgegenst\u00e4nde wie Schmuck (mit Ausnahme von Eheringen). Eine besondere H\u00e4rte f\u00fcr die polnischen Aussiedler stellten die Durchsuchungen dar, die mit au\u00dferordentlicher R\u00fccksichtslosigkeit vorgenommen wurden. Mit den polnischen Aussiedlern ging man ohne R\u00fccksicht auf Gesundheit und Alter brutal um; wenn Widerstand geleistet wurde, wurde Waffengewalt eingesetzt. Die Aussiedler mussten zu Fu\u00df zu den Sammelstellen oder zu den Transportwagen gehen oder wurden dorthin gefahren. Ein Teil von ihnen wurde nach dem Abtransport zum Bahnhof sofort ins GG verfrachtet.<\/p>\n<p>Die ausgesiedelten Polen wurden jeder Widerstandsm\u00f6glichkeit oder Weigerung, ihren bisherigen Wohnsitz zu verlassen, beraubt. Ihnen wurden keinerlei Rechte zugestanden, aufgrund derer die Besatzer eine Entscheidung zur Zwangsaussiedlung oder zur Enteignung h\u00e4tten zur\u00fccknehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Teil der ausgesiedelten Polen und Juden wurde sofort ins GG verbracht;die \u00fcbrigen wurden vor der endg\u00fcltigen Deportation in besonders eingerichteten Umsiedlungslagern untergebracht. In der Anfangsphase wurden diese in allen Gebietsabschnitten der annektierten Gebiete eingerichtet; aber nach der Schaffung der UWZ wurden alle Aussiedler vor der endg\u00fcltigen Abschiebung ins GG in einigen gro\u00dfen Umsiedlerlagern in L\u00f3dz untergebracht. Angesichts der schon vorhandenen Untersuchungen wurde in der vorliegenden Arbeit auf eine Beschreibung der Lager in L\u00f3dz verzichtet. Daf\u00fcr wurden einige Lager auf dem Gebiet Gro\u00dfpolens (Wielkopolska) in den Jahren 1939\/40 behandelt; das im neuen Warthegau am st\u00e4rksten von den Aussiedlungen betroffen war.<\/p>\n<p>Das Hauptdurchgangslager wurde im November 1939 in Posen, im Stadtteil Gl\u00f3wna, eingerichtet, von wo aus bis zum 20.Mai 1940 insgesamt 32 986 Personen ins GG verbracht wurden. Unter diesen waren 31 424 Polen, 1 112 Juden und 450 Zigeuner. Die \u00fcberwiegende Zahl der Aussiedler, etwa 25 000, waren Bewohner der Stadt und des Kreises Poznan. Au\u00dferdem wurden von diesem Lager aus Bewohner anderer Ortschaften Gro\u00dfpolens ins GG verbracht.<br \/>\nIn dem untersuchten Gebiet wurden au\u00dferdem Lager in folgenden Ortschaften eingerichtet: in Cerekwica, Kreis Jarocin (Internierungslager Zerkheim), in Dobrzyca, Kreis Krotoszyn (Lager Dobbersch\u00fctz), in Gniezno (Durchgangslager Gnesen), in Kowan\u00f3wko und Bablin, Kreis Oborniki (die Lager S\u00fcdhof, Gratz, Warthegau), in Nowe Skalmierzyce, Kreis Ostr\u00f3w Wielkopolski (Lager Skalmiersch\u00fctz, sp\u00e4ter Neu-Skalden).<br \/>\nDie Lager verf\u00fcgten nicht \u00fcber Geb\u00e4ude, die f\u00fcr das Leben von Menschen f\u00fcr mehrere Tage ausgestattet waren. In allen Aussiedlerlagern herrschten Hunger, K\u00e4lte und unvorstellbare sanit\u00e4re Verh\u00e4ltnisse. Diese ungew\u00f6hnlich schweren Existenzbedingungen f\u00fchrten zu h\u00e4ufigen Erkrankungen, in einigen F\u00e4llen mit Todesfolge.<br \/>\nDie ausgesiedelten Polen und Juden wurden in den Lagern meist mehrere Tage oder l\u00e4nger gefangen gehalten und dann per Bahn ins GG transportiert. Dabei wurden sie \u00fcber alle Ma\u00dfen eng und unter schlimmsten sanit\u00e4ren Bedingungen, \u00fcberwiegend in ungeheizten G\u00fcterwagen, seltener in Personenwagen, und ohne warme Mahlzeiten zusammengepfercht. Alle diese Umst\u00e4nde f\u00fchrten bei den Transporten zu zahlreichen Todesf\u00e4llen, vor allem bei kleinen Kindern.<\/p>\n<p>Die in den ersten Kriegsjahren aus dem Warthegau ausgesiedelten Polen wurden ins GG verbracht. Ab 1940 wurde ein Teil der ausgesiedelten Polen auch zur Zwangsarbeit ins Reich entsandt. Als im M\u00e4rz 1941 die Aussiedlungen ins GG eingestellt wurden, um die intensive Ansiedlung von Deutschen nicht zu st\u00f6ren, setzten Aktionen innerer Umsiedlung und Vertreibungen von Polen ein. Sie wurden immer h\u00e4ufiger und in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang mit Verschickung zur Zwangsarbeit ins Reich oder in andere besetzte L\u00e4nder verbunden. Die Umsiedlungen und Vertreibungen umfassten in den Jahren 1941 bis 1944 \u00fcber 345 000 Personen. Insgesamt wurden so in den Jahren 1939 bis 1944 625 631 Personen ins GG ausgesiedelt oder umgesiedelt und vertrieben.; im gesamten besetzten Polen erreichte die Zahl fast 839 000 Menschen.<\/p>\n<p>Die in diesem gewaltigen Umfang vorgenommenen Aussiedlungen und die Methoden ihrer Ausf\u00fchrung bewirkten bei den Polen eine gewaltige Ersch\u00fctterung und hinterlie\u00dfen das Gef\u00fchl, grausam behandelt zu werden. Das wurde noch dadurch versch\u00e4rft, dass sie eine gewaltt\u00e4tige Vertreibung ganzer Familien aus den H\u00e4usern und Wohnungen und den Raub ihrer Habe bis dahin nicht gekannt hatten. Denn damit diskriminierten die nationalsozialistischen Okkupanten die polnische Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nZeitgeschichtlicher Vortrag und Diskussionsforum in Berlin mit Dr. Maria Rutowska, Poznan, \u00fcber die Vertreibung der polnischen Bev\u00f6lkerung aus dem Reichsgau&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/propagandaundwiderstand.de\/dpag\/17-november-2004-vortrag-dr-maria-rutowska\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;17. 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