{"id":96,"date":"2005-06-08T08:44:31","date_gmt":"2005-06-08T06:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dp-ag.org\/de\/?p=96"},"modified":"2023-06-10T00:16:50","modified_gmt":"2023-06-09T22:16:50","slug":"8-bis-10-juni-2005-deutsch-polnische-geschichte-1939-1945-im-spiegel-der-fotografie-fachtagung-uber-fotografische-quellen-aus-der-zeit-des-zweiten-weltkriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/propagandaundwiderstand.de\/dpag\/8-bis-10-juni-2005-deutsch-polnische-geschichte-1939-1945-im-spiegel-der-fotografie-fachtagung-uber-fotografische-quellen-aus-der-zeit-des-zweiten-weltkriegs\/","title":{"rendered":"8. bis 10. Juni 2005: Deutsch-polnische Geschichte 1939-1945 im Spiegel der Fotografie. Fachtagung \u00fcber fotografische Quellen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs"},"content":{"rendered":"<p>im Wissenschaftliches Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Majakowskiring 47, 13156 Berlin-Pankow<br \/>\n<em>in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Mit freundlicher Unterst\u00fctzung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Photographie e.V. Finanziert von der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit.<\/em><\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich des 60j\u00e4hrigen Kriegsendes f\u00fchrte die Deutsch-Polnische Akademische Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften eine wissenschaftliche Tagung durch, auf der deutsche und polnische Experten \u00fcber Fotografien zur deutsch-polnischen Geschichte w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs diskutierten. Wie Bundestagspr\u00e4sident Wolfgang Thierse in seinem Gru\u00dfwort zu der Tagung unterstrich, ist es ein schwieriges Unterfangen, Fotografien als historische Quellen im bilateralen Kontext sachlich korrekt zu interpretieren. Zugleich w\u00e4chst die Bedeutung von historischen Fotografien als Dokumenten der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Die \u00f6ffentlichen Kontroversen um einzelne Fotografien der ersten Ausstellung \u00fcber die Verbrechen der deutschen Wehrmacht in Osteuropa des Hamburger Instituts f\u00fcr Sozialforschung haben die Fachwelt inzwischen daf\u00fcr sensibilisiert, dass der Umgang mit Fotografien als historischen Quellen verbessert werden muss und dass eine sachlich korrekte Identifizierung von einigen Bildinhalten nur im Rahmen einer L\u00e4nder \u00fcbergreifenden Zusammenarbeit m\u00f6glich ist. Vor diesem Hintergrund zielte die Tagung auf eine Verst\u00e4rkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit deutscher und polnischer Experten und auf eine gemeinsame Diskussion von methodischen Zug\u00e4ngen, herausragenden Bildbest\u00e4nden und Bildthemen. Die thematischen Schwerpunkte der Tagung lagen auf der Frage nach dem angemessenen methodischen Zugang zum Bildmaterial, einer genaueren Eingrenzung von verschiedenen Herstellergruppen fotografischer Aufnahmen w\u00e4hrend des Krieges und Fotodokumenten von den nationalsozialistischen Verbrechen (Zwangsarbeit, Gettos, Lager). Polnische Referenten stellten neuere historische Ausstellungen \u00fcber die Jahre 1939-1945 vor, darunter beispielsweise eine Ausstellung des Fotohistorischen Museums Krakau, die private Kriegsfotos deutscher und polnischer Soldaten zu parallelisieren sucht. Die Tagung wurde von Miriam Arani inhaltlich vorbereitet und in Zusammenarbeit mit Professoren der Polnischen Akademie der Wissenschaften moderiert.<\/p>\n<h2>Die einzelnen Beitr\u00e4ge:<\/h2>\n<h3>Mittwoch, 8. Juni 2005<\/h3>\n<p>Dr. Piotr Swiatek, Physiker, Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Photographie e.V.: <strong>Die Fototechnik der 30er und 40er Jahre und die Qualit\u00e4t der Fotografie als Dokument<\/strong><\/p>\n<p>Verglichen mit den heutigen Standards hat die Phototechnik der drei\u00dfiger und vierziger Jahre Erstaunliches vollbracht. Ebenso die Abzugstechniken: Obwohl die Abz\u00fcge per Hand gemacht wurden, haben sie eine sehr gute Reproduzierbarkeit und Haltbarkeit gezeigt. Obwohl es den Negativen &#8211; im Vergleich zu heute &#8211; an Empfindlichkeit fehlte, sind die damals unter \u201enormalen\u201c Bedingungen gemachten Aufnahmen den heutigen ebenb\u00fcrtig.<br \/>\nDer Vortrag wird an einigen Beispielen zeigen, dass die Photographie der Kriegszeit, als Informationstr\u00e4ger gesehen, als Zeitzeuge und Dokument den gleichen Wert wie die heutige Photographie besitzt.<\/p>\n<p><small>Piotr Swiatek, geboren in Breslau, studierte Physik in Warschau und promovierte 1986 an der Universit\u00e4t K\u00f6ln in Experimentalphysik. Er arbeitete bis 2000 als Wissenschaftler im Forschungszentrum J\u00fclich. 1992 &#8211; 2004 war er Lehrauftragter im Fachbereich Photoingenieurwesen der Fachhochschule K\u00f6ln, wo er zuletzt photographische Ger\u00e4tetechnik und Sensitometrie unterrichtete. Seine besonderen Interessen gelten der Theorie der Farbe und der digitalen Photorekonstruktion. Er ist seit 1995 Mitglied bei DGPh. Zur Zeit ist Piotr Swiatek Science Officer im COST-B\u00fcro der European Science Foundation in Br\u00fcssel.<\/small><\/p>\n<p>Dr. Petra Bopp, Kunsthistorikerin, DFG-Forschungsprojekt an der Carl-von-Ossietzky-Universit\u00e4t Oldenburg: <strong>Mit der Kamera im Krieg. Einige methodische \u00dcberlegungen zur kunsthistorischen Betrachtung von Privatfotos der Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg.<\/strong><\/p>\n<p>Anonyme Fotoalben in Museen und privaten Sammlungen sowie namentlich fixierte Fotokonvolute sind Forschungsgegenstand des DFG-Projekts \u201eFremde im Visier. Zur privaten Fotografie der Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg.\u201c Aus diesem Untersuchungskomplex m\u00f6chte ich mit einigen Beispielen unterschiedliche kunsthistorische Herangehensweisen beleuchten. Diese bislang vernachl\u00e4ssigte Quelle zur visuellen Rezeption des Zweiten Weltkriegs liegt im Schnittfeld verschiedener Disziplinen und kann mit mediengeschichtlichen, soziologischen und kunsthistorischen Ans\u00e4tzen betrachtet werden. Die \u00e4sthetische Form des Fotos wird im Kontext ihrer politischen und kulturellen Pr\u00e4gung situiert. Das motivische Repertoire, die Formanalyse als auch der Narrationsraum des Albums geben Aufschlu\u00df \u00fcber die Konstruktion von Erinnerung dieser Kriegsteilnehmer. Im Spannungsraum von privater und \u00f6ffentlich professioneller Fotografie, von Alltagsmedien (Zeitungen, Bildb\u00e4nden, Postkarten, Plakaten) sowie Kunstfotografie und Malerei verorten sich diese biografischen Spuren zu vielschichtigen symbolischen Formen.<\/p>\n<p><small>Dr. Petra Bopp, Kunsthistorikerin, lebt und arbeitet in Hamburg und Oldenburg. Studium der Kunstgeschichte, Arch\u00e4ologie und Ethnologie in Hamburg. Promotion 1990 in Kunstgeschichte mit dem Thema \u201eDie \u00e4sthetische Kolonisierung des Orients\u201c. 1990-93 wiss. Mitarbeiterin in der Kulturbeh\u00f6rde der Freien und Hansestadt Hamburg, Referat Bildende Kunst (1990-93). Lehrauftr\u00e4ge am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universit\u00e4t Hamburg (1993-95, 2003). Koordinatorin der Ausstellung \u201eVernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944\u201c beim Hamburger Institut f\u00fcr Sozialforschung und beim Verein zur F\u00f6rderung der Ausstellung \u201eVernichtungskrieg.\u201c e.V. (1995-2001). Seit April 2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt \u201eFremde im Visier. Privatfotografie der Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg\u201c unter der Leitung von Prof. Dr. Detlef Hoffmann, gef\u00f6rdert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, an der Carl von Ossietzky Universit\u00e4t Oldenburg. Publikationen (Auswahl): Viewing the photographs of Willi Rose, in: Thomas Eller (ed.), Shadows of War. A German Soldier\u2019s Lost Photographs of World War II, New York, Abrams 2004; \u201eHier ging der Krieg nicht spurlos vorbei.\u201c Konstruktionen von Erinnerung in den Fotoalben eines Wehrmachtssoldaten, in: Detlef Hoffmann, Kunst nach dem Krieg, Rehberg-Loccum 2004 (Loccumer Protokolle 72\/03), S. 211-225; Orientalismus im Bild. 1903: Rudolf Lehnerts erste Fotoexkursion nach Tunesien und die Tradition reisender Orientmaler, in: Alexander Honold, Klaus R. Scherpe (Hg.), mit Deutschland um die Welt. eine Kulturgeschichte des Fremden in der Kolonialzeit, Stuttgart 2004, S. 288-299; Fremde im Visier. Private Fotografien von Wehrmachtssoldaten, in: Anton Holzer (Hg.), Mit der Kamera bewaffnet. Krieg und Fotografie, Marburg 2003, S. 97-117; Les images photographiques dans les expositions sur les crimes de la Wehrmacht ou comment l\u2019histoire devient intime, in: Sophie Wahnich (Hg), Fictions d\u2019Europe, Paris 2003, S. 189-209 ; F\u00fcr eine Philologie des Auges, in: Wolfgang Ernst, Anselm Franke (Hg), Politik der Bilder. Visuelle Kompetenz und Kriegsbildrhetorik, Berlin 2002, S. 44-61; \u201eWo sind die Augenzeugen, wo ihre Fotos?\u201c, in: Hamburger Institut f\u00fcr Sozialforschung (Hg), Eine Ausstellung und ihre Folgen, Hamburg 1999, S. 198-229.<\/small><\/p>\n<p>Dr. Cord Pagenstecher, Geschichtswerkstatt Berlin e.V.: <strong>Private Fotografien von Zwangsarbeitern in Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Privatfotos ehemaliger ZwangsarbeiterInnen waren der Forschung bis vor wenigen Jahren weitgehend unbekannt. Knipsen im Lager \u2013 ist das nicht ein Widerspruch in sich? Tats\u00e4chlich konnte die Berliner Geschichtswerkstatt durch Briefsendungen ehemaliger ZwangsarbeiterInnen und durch Recherchen in den Archiven der Betroffenenverb\u00e4nde zahlreiche private Fotografien aus Berliner Zwangsarbeiterlagern sammeln. Das Archiv der Berliner Geschichtswerkstatt enth\u00e4lt \u00fcber 1000 Fotos, davon etwa 150 von polnischen ZivilarbeiterInnen, teils selbst geknipste Bilder und Schnappsch\u00fcsse von KameradInnen, teils Erfassungsfotos sowie Portr\u00e4ts und Gruppenbilder von deutschen Profifotografen. Es handelt sich also um zeitgen\u00f6ssische Bilder, die von ZeitzeugInnen aufbewahrt und ausgesucht wurden.<br \/>\nEine Analyse dieser Bilder nach ihrem Entstehungs- und Aufbewahrungskontext, also den begrenzten Fotografierm\u00f6glichkeiten unter den Bedingungen der Zwangsarbeit sowie den spezifischen biografischen Funktionen privater Fotografie, erkl\u00e4rt den thematischen Schwerpunkt der Fotos in den Bereichen Freizeit und Lagerleben. Genauer betrachtet wird dann, wie die polnischen ZwangsarbeiterInnen das Leben in Baracke und Lager, diesen Alltag im Ausnahmezustand, wahrgenommen und fotografisch dargestellt haben.<\/p>\n<p><small>Dr. Cord Pagenstecher, Historiker, geb. 1965, wohnt in Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Berliner Geschichtswerkstatt (seit 1989), der Mahn- und Gedenkst\u00e4tte Ravensbr\u00fcck (1998 &#8211; 2000) und der Entsch\u00e4digungsbeh\u00f6rde des Landes Berlin (seit 2001), Vorsitzender des F\u00f6rdervereins f\u00fcr ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Sch\u00f6neweide. Publikationen (Details unter www.cord-pagenstecher.de) u.a.: Arbeitserziehungslager Fehrbellin. Zwangsarbeiterinnen im Straflager der Gestapo, hrsg. von der Berliner Geschichtswerkstatt (Brandenburgische Historische Hefte der Brandenburgischen Landeszentrale f\u00fcr Politische Bildung, 17), Potsdam 2004 (Mitarbeit); Der bundesdeutsche Tourismus. Ans\u00e4tze zu einer Visual History: Urlaubsprospekte, Reisef\u00fchrer, Fotoalben, 1950 &#8211; 1990, Hamburg 2003 (zugl. Diss. FU Berlin); Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum? Das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin-Sch\u00f6neweide, in: Gedenkst\u00e4ttenRundbrief Nr. 111, M\u00e4rz 2003, S. 3 &#8211; 13 (zusammen mit Gabriele Layer-Jung), auch unter http:\/\/www.zwangsarbeit-in-berlin.de abrufbar; Erfassung, Propaganda und Erinnerung. Eine Typologie fotografischer Quellen zur Zwangsarbeit, in: Reininghaus, Wilfried \/ Reimann, Norbert (Hrsg.), Zwangsarbeit in Deutschland 1939 &#8211; 1945. Archiv- und Sammlungsgut, Topographie und Erschlie\u00dfungsstrategien, Bielefeld\/G\u00fctersloh 2001, S. 254 \u2013 266; Privatfotos ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter &#8211; eine Quellensammlung und ihre Forschungsrelevanz, in: Meyer, Winfried \/ Neitmann, Klaus (Hrsg.), Zwangsarbeit w\u00e4hrend der NS-Zeit in Berlin und Brandenburg. Formen, Funktion und Rezeption, Potsdam 2001, S. 223 \u2013 246; Zwangsarbeit in Berlin 1940 \u2013 1945. Erinnerungsberichte aus Polen, Wei\u00dfru\u00dfland und der Ukraine, hrsg. von der Berliner Geschichtswerkstatt, Erfurt 2000 (Mitarbeit); Knipsen im Lager? Privatfotos eines niederl\u00e4ndischen Zwangsarbeiters im nationalsozialistischen Berlin, in: Fotogeschichte, 18 (67). 1998, S. 51 \u2013 60; Vergessene Opfer \u2013 Zwangsarbeit im Nationalsozialismus auf \u00f6ffentlichen und privaten Fotografien, in: Fotogeschichte, 17 (65). 1997, S. 59 \u2013 72.<\/small><\/p>\n<p>Danuta Jackiewicz, Leiterin der ikonografischen Abteilung des Polnischen Nationalmuseums, Warschau: <strong>Kriegsfotografien von Stefan Plater-Zyberk (1891-1943)<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Plater-Zyberk (1891, Kurtowiany \u2013 1943, Auschwitz) geh\u00f6rt zum Kreis der herausragenden polnischen Fotografen der Zwischenkriegszeit. Nach dem Studium an der Warschauer Kunsthochschule widmete er sich seiner geliebten Fotografie, die er schon seit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg als Amateur betrieb. 1927 gr\u00fcndete er an der D\u0142ugastr. 42 in Warschau die private Fotoagentur PHOTO-PLAT, die die in- und ausl\u00e4ndische Presse mit aktuellen Fotos belieferte. Am bekanntesten ist er aufgrund seiner Landschaftsfotografie, die er 1926 in der Ausstellung \u201eDas Sch\u00f6ne Polen\u201c vorstellte. Er verewigte f\u00fcr die Nachwelt die Landschaftsbilder von Polesie, dem Huzulenland (Ostkarpaten), Podhale, der Gegend um Vilnius und Schlesien. An Schlesien reizte ihn besonders die Industrielandschaft, ein damals modernes Thema, gesch\u00e4tzt von K\u00fcnstlern ebenso wie von der staatlichen Propaganda. Von der herausragenden Position Stefan Plater-Zyberks unter den zeitgen\u00f6ssischen Fotografen zeugt auch seine Mitgliedschaft im elit\u00e4ren Polnischen Foto-Klub.<br \/>\nNach dem \u00dcberfall des faschistischen Deutschland auf Polen fotografierte Stefan Plater-Zyberk weiter. Er f\u00fchrte auch sein Fotogesch\u00e4ft weiter, f\u00fcr eine Abteilung des polnischen Geheimdienstes. Den Krieg \u00fcberlebte er nicht. Er teilte das Los vieler bedeutender polnischer Fotografen, die in den Vernichtungslagern umgebracht worden sind. Seine Fotos, mit der Familie \u00fcber die ganze Welt verstreut, sind jetzt sorgf\u00e4ltig zusammengefa\u00dft, um etwas \u00fcber das Schicksal von Stefan Plater-Zyberk herauszubekommen und die Geschichte vieler Fotos aus dem okkupierten Warschau zu entr\u00e4tseln.<br \/>\nGegenstand der Pr\u00e4sentation und Analyse werden Kriegsfotografien aus dem Familienarchiv Plater-Zyberk sein.<\/p>\n<p><small>Danuta Jackiewicz, 1978 Abgeschlossenes Studium an der geschichtswissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Warschau. Seit 1979 T\u00e4tigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nationalmuseum Warschau in der Abteilung Ikonographische und Photographische Sammlungen. 1990 Erarbeitung und Pr\u00e4sentation der ersten Ausstellung der umfangreichen und bedeutenden Photosammlungen des Nationalmuseums Warschau mit dem Titel Die Kunst des Photographierens. Portrait, Landschaftsmalerei, Reportage in der polnischen Lichtbildnerei des 19. Jh. . Seit 1991 Kuratorin der Ikonographischen und Photographischen Sammlungen im Nationalmuseum Warschau. 1995 Organisation und Pr\u00e4sentation der Ausstellung und Erarbeitung des Ausstellungskatalogs Warschau 1940-1941 in Fotografien von Dr. Hans-Joachim Gerke. Seit 2000 Vorlesungen zur Geschichte der Lichtbildnerei im Kunst-Institut der Universit\u00e4t Warschau.<\/small><\/p>\n<h3>Donnerstag, 9. Juni 2005<\/h3>\n<p>Dr. Michael Hollmann, Bundesarchiv, Koblenz: <strong>Fotografien aus Polen 1939-45 in den Bildbest\u00e4nden des Bundesarchivs<\/strong><\/p>\n<p>Die Aufgabe der Archive im Bereich der Interpretation von Fotografien als historische Quellen liegt neben der Sammlung, Sicherung und Bereitstellung der Fotografien selbst in der Schaffung der quellenkritischen Beurteilungsgrundlagen. Dazu geh\u00f6rt insbesondere die m\u00f6glichst pr\u00e4zise Dokumentation der Entstehungskontexte und der \u00dcberlieferungsgeschichte. Eine kontextbezogene Erschlie\u00dfung, wie das im Archivwesen allgemein anerkannte Provenienzprinzip diese f\u00fcr Archivgut aller Quellentypen postuliert, ist im Bereich der Fotografien deutlich schwieriger zu realisieren als bei Schriftgut, sie ist dennoch eine entscheidende Voraussetzung.<br \/>\nDas Bundesarchiv ist mit mehr als 10 Millionen Fotografien eines der gr\u00f6\u00dften historischen Bildarchive in Deutschland. Die Best\u00e4nde reichen von der Zeit der Einigung Deutschlands unter preu\u00dfischer F\u00fchrung zum Deutschen Reich bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990. Meist handelt es sich um Provenienzbest\u00e4nde im eigentlichen Sinne der Definition. Der gr\u00f6\u00dfte Bestand Bild 183 ADN-Zentralbild mit mehr als 3,5 Millionen Fotos enth\u00e4lt jedoch neben den im Auftrag der ADN produzierten Fotos auch erworbene Sammlungen, wie z.B. auch den gr\u00f6\u00dferen Teil der fr\u00fcheren Berliner Bildagentur Scherl, vor 1945 eine der gr\u00f6\u00dften Bildagenturen Europas. Weitere Hauptbest\u00e4nde sind der Bestand B 145 Bild (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) mit mehr als 1 Million Fotos und Bild 101 (Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS).<br \/>\nDas Bundesarchiv ist derzeit im Begriff, seine Bildbest\u00e4nde sukzessive mit Hilfe einer seit Januar 2005 sich im Wirkbetrieb befindenden Bild-Datenbank zu erschlie\u00dfen und &#8211; zumindest in einer repr\u00e4sentativen Auswahl &#8211; ab Fr\u00fchjahr 2006 auch online \u00fcber das Internet zur Verf\u00fcgung zu stellen. Damit soll zum einen der Zugang zu den Bildquellen erleichtert, zum anderen aber auch ein verbesserter Authentizit\u00e4tsnachweis geboten werden. Wenn das Bundesarchiv alle Fotos, die f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungszwecke an Benutzer herausgegeben werden, auch im Internet vorlagengetreu und mit den zugeh\u00f6rigen Metadaten ver\u00f6ffentlicht, k\u00f6nnen solche Bilder k\u00fcnftig nicht mehr, wie dies h\u00e4ufiger vorkommt, unbemerkt durch die Betrachter durch Ver\u00e4nderung der Bildausschnitte oder eine abweichende Zuordnung der Fotos manipuliert werden.<br \/>\nDer Bestand Bild 101 Propaganda-Kompanien z\u00e4hlt zu den am meisten benutzten Bildbest\u00e4nden des Bundesarchivs. Wie die Diskussionen um die sogenannte \u201eWehrmachtsausstellung\u201c gezeigt haben, m\u00fcssen die quellenkritischen Rahmenbedingungen in diesem Fall mit besonderer Sorgfalt in die Bildinterpretation einbezogen werden. Nach einer Odyssee durch das Gebiet zwischen heranr\u00fcckenden amerikanischen und sowjetischen Truppen wurde ein Drittel &#8211; ca. 1,1 Millionen Fotos &#8211; der urspr\u00fcnglich ca. 3,5 Millionen Fotografien durch amerikanische Truppen beschlagnahmt; viele Fotos gingen verloren. Wie eine betr\u00e4chtliche Teilmenge der PK-Fotos in die Verf\u00fcgung der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte gelangte, l\u00e4sst sich derzeit noch nicht nachvollziehen; das ECPA-D in Paris-Fort d\u2019Ivry verwaltet heute mehr als 300.000 PK-Fotos. 1962 wurden die zwischenzeitlich in die USA verbrachten Fotos an die Bundesrepublik zur\u00fcck- und dem Bundesarchiv \u00fcbergeben.<br \/>\nIm Bundesarchiv wurden die PK-Fotografien entsprechend ihrer Provenienz den Teilbest\u00e4nden Bild 101 I (Heer und Luftwaffe), Bild 101 II (Marine) und Bild 101 III (Waffen-SS) zugeordnet. W\u00e4hrend der Teilbestand Bild 101 III \u201enur\u201c aus Alben mit Kontaktabz\u00fcgen besteht, sind von den PK des Heeres, der Luftwaffe und der Marine die originalen Negative auf Nitrozellulose-Basis in das Bundesarchiv gelangt. Hier wurden sie auf Sicherungsfilm im Mikroficheformat umkopiert und ein Teil der explosiven Nitrofilme aus Sicherheitsgr\u00fcnden vernichtet. F\u00fcr Benutzungszwecke wurden von den Sicherungsfilmen Kontakt-Abz\u00fcge hergestellt. Die PK-Fotos der Waffen-SS werden dagegen durch die Vorlage der Alben zug\u00e4nglich gemacht.<br \/>\nDie Best\u00e4nde sind bislang nur provisorisch erschlossen worden. Der Zugang erfolgt derzeit \u00fcber eine vergleichweise grobe Auflistung der Filminhalte, die nur f\u00fcr die Best\u00e4nde Bild 101 II (Marine) und Bild 101 III (Waffen-SS) etwas detaillierter ist. Immerhin konnten mehr als 1200 Fotografen aus 94 PK-Einheiten identifiziert und f\u00fcr ca. 30000 Filme das Einsatzgebiet ermittelt werden, in dem die PK eingesetzt war.<br \/>\n\u00dcber diese provisorischen Findmittel konnten dennoch 818 Filme von 10 PK-Einheiten ermittelt werden, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in Polen zwischen September 1939 und Juli 1941 belichtet wurden. Zeitlich verteilen sie sich wie folgt: 1939: 391 Filme, Winter 1940\/41: 52 Filme, 1941: 375 Filme.<br \/>\nAu\u00dfer dem originalen Ausgangsmaterial des Bestands Bild 101 sind auf verschiedenen Wegen zahlreiche Agentur-Abz\u00fcge von PK-Fotografien in das Bundesarchiv gelangt. Soweit dies vor 1994 geschah, wurden sie dem sachthematischen \u201eReferenzbestand\u201c Bild 3 zugeordnet und entsprechend einer sachlich-chronologischen Klassifikation geordnet. Mit dem Bestand Bild 183 ADN kamen auch die Bildbest\u00e4nde der fr\u00fcheren Agentur Scherl zu einem gro\u00dfen Teil in das Bundesarchiv, darunter auch zahlreiche PK-Fotos. Diese Agentur-Abz\u00fcge tragen meist und im Gegensatz zu den Ausgangsmaterialien auf der R\u00fcckseite die offiziellen Bildtexte, die nicht nur das Motiv beschreiben und das Aufnahme- oder Ausgabedatum eines Bildes angeben, sondern auch wichtige Hinweise auf die intendierten Interpretationen der PK-Fotos geben.<br \/>\nEin Abgleich der Agentur-Abz\u00fcge mit den Ausgangsmaterialien wurde bislang nicht durchgef\u00fchrt, so dass derzeit keine Aussage m\u00f6glich ist, wie viele der im Fr\u00fchjahr 1945 verloren gegangenen PK-Fotografien auf dem Weg \u00fcber die Agenturen doch erhalten geblieben sind.<\/p>\n<p><small>Dr. Michael Hollmann, geb. 1961 in Aachen; Schule und Abitur in Koblenz; Studium der Geschichte, Germanistik und Theologie in Mainz; Promotion in Mittlerer und Neuerer Geschichte \u00fcber das Mainzer Domkapitel im sp\u00e4ten Mittelalter (1988); Archivreferendariat im Bundesarchiv und an der Archivschule Marburg 1989-1991; seit 1991 Referatsleiter im Bundesarchiv auf verschiedenen Funktionen, seit Jan. 2004 als Leiter des Bildarchivs des Bundesarchivs in der Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz; Publikationen: u.a. 2 B\u00e4nde im Rahmen der Edition der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung und Quellenkunde zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Wiss. Buchgesellschaft).<\/small><\/p>\n<p>Dr. Bernd Boll, Historiker, Freiburg: <strong>Das Bild als Waffe. PK-Fotografien als Quelle f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg.<\/strong><\/p>\n<p><em>(\u00dcberarbeitete Ver\u00f6ffentlichung des Vortrags: ders., Das Bild als Waffe. Quellenkritische Anmerkungen zum Foto- und Filmmaterial der deutschen Propagandatruppen 1938-1945. In: Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaft (2006) Heft 11, S. 974-998).<\/em><\/p>\n<p>Dr. habil. Maria Rutowska, Historikerin, West-Institut, Poznan: <strong>Die Fotosammlung in den Best\u00e4nden des Archivs des II Weltkrieges im Westinstitut Pozna\u0144<\/strong><\/p>\n<p>Die Entstehungsgeschichte des Archivs des II Weltkrieges ist verbunden mit den wissenschaftlichen Forschungsarbeiten einer im Westinstitut 1945 neu gegr\u00fcndeten Sektion, der sp\u00e4teren Abteilung zur Erforschung der deutschen Okkupation Polens. Den Grundbestand des Archivs stellen 1945-1948 gesammelte Dokumente und Fotografien dar.<br \/>\nIn den folgenden Jahren konnten die Best\u00e4nde dank der wissenschaftlichen Forschungsarbeit und Spenden von Privatpersonen erweitert werden. In letzter Zeit wurde das Archiv mit seinen deutschen und polnischen Dokumenten, aber auch mit Tageb\u00fcchern, Zeugenvernehmungsprotokollen, Materialien aus den Forschungsarbeiten und andere Materialien, die einen archivalischen Wert haben, neu geordnet und aufgearbeitet. Der Bestand umfasst ca. 3.000 inventarisierte Positionen.<br \/>\nEin integrativer Bestandteil des Archivs ist seine Fotosammlung mit ca. 8.000 St\u00fcck. Sie entstand durch Spenden anderer Institutionen und Privatpersonen, nur einige wenige Teile sind k\u00e4uflich erworben worden. Zu 95% sind die Bilder deutscher Herkunft, die \u00fcbrigen 5% polnischer Herkunft.<br \/>\nVon den rund 70% der Bilder, die die Kriegszeit und deutsche Okkupation darstellen, betreffen ca. 60% das Generalgouvernement (GG) und 40% die vom Reich annektierten Gebiete. Die restlichen 30% betreffen das III. Reich oder andere okkupierte Staaten Europas.<br \/>\nAlle gesammelten Fotografien kann man in neun systematische Themenfelder einordnen:<\/p>\n<ul>\n<li>die Septemberkampagne 1939 sowie die Kriegsereignisse auf den polnischen Gebieten 1945<\/li>\n<li>die Lebensbedingungen der polnischen und ukrainischen Bev\u00f6lkerung sowie der Deutschen im Generalgouvernement<\/li>\n<li>die sowjetischen Verbrechen in Katyn 1940<\/li>\n<li>das Kriegsgeschehen in Europa, das III. Reich<\/li>\n<li>die deutsche Bev\u00f6lkerung im Warthegau und in anderen vom Reich annektierten polnischen Gebieten<\/li>\n<li>die Lage der polnischen Bev\u00f6lkerung im Warthegau, darin die Aussiedlung von Polen und Juden ins Generalgouvernement<\/li>\n<li>die deutschen Verbrechen an der polnischen Bev\u00f6lkerung, auch Vernichtungs- und Konzentrationslager<\/li>\n<li>der Warschauer Aufstand 1944<\/li>\n<li>Partisanenaktionen der Armia Krajowa<\/li>\n<\/ul>\n<p><small>Dr. habil. Maria Rutowska, Historikerin, Westinstitut Pozna\u0144, wichtigste Publikationen: Straty osobowe i materialne kultury polskiej w latach II wojny \u015bwiatowej. W-wa\/Pozna\u0144 1984 (Personen- und materielle Sch\u00e4den an der polnischen Kultur in den Jahren des II. Weltkrieges); Losy polskich \u015brodowisk artystycznych 1939-1945. Architektura, sztuki plastyczne, muzyka i teatr. Pozna\u0144 1997 (Schicksale der polnischen K\u00fcnstler); Wysiedlenia ludno\u015bci polskiej z Kraju Warty do Generalnego Gubernatorstwa 1939-1941. Pozna\u0144 2003(Aussiedlung der polnischen Bev\u00f6lkerung des Warthegaus ins GG).<\/small><\/p>\n<p>Dr. Marek Budziarek, Leiter der Abteilung Geschichte und Kultur im Museum der Stadt Lodz: <strong>Archiv des Verbrechens. Fotografien aus dem Getto Lodz 1940-1944.<\/strong><\/p>\n<p>Das Ghetto \u0141\u00f3d\u017a \u2013 ein besonderer Ort in der gesamten Geschichte des okkupierten Europas \u2013 hinterlie\u00df als Institution wie auch als in ihm eingeschlossenen Gesellschaft historische Quellen. Das sind vor allem umfangreiche, hervorragende Sammlungen aus der j\u00fcdischen und faschistischen Verwaltung. Au\u00dferdem blieben zahlreiche Handschriften, materielle G\u00fcter und eine Fotosammlung erhalten. Diese Materialien sind nat\u00fcrlich entsprechend Charakter und Technik, k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4t etc. sehr unterschiedlich. Sie zeigen jedoch ein umfassendes Bild des Geschehens und Funktionierens im \u201eWohngebiet der Juden in Litzmannstadt\u201d.<br \/>\nDie gegenw\u00e4rtige Fotosammlung des Ghettos sch\u00e4tzt man auf einen Umfang von \u00fcber 7.500 Objekten. Die Sch\u00f6pfer der meisten Fotos sind zwei namhafte j\u00fcdische Fotografen: Mendel Grosman und Henryk Ross. Von der Gr\u00fcndung des Ghettos an zeigten sie das propagandistische Bild der Ghettoverwaltung, und gleichzeitig \u2013 illegal \u2013 hielten sie die dramatischen Ereignisse im Todesbezirk, den Holocaust im Ghetto \u0141\u00f3d\u017a fest. Die j\u00fcdischen Fotografen waren sich dar\u00fcber bewusst, dass sie ein Material schaffen f\u00fcr die Nachwelt, ein Material, das die Verbrechen am j\u00fcdischen Volk dokumentieren sollte. Dagegen sind die farbigen Dias des \u00d6sterreichers Walter Genewein ausschlie\u00dflich eine Vision des Funktionierens eines Musterghettos im Dienste des Nationalsozialismus, eine Vision, wie sie der Chef der Ghettoverwaltung Hans Biebow gerne zeigen wollte. Au\u00dfer diesen drei namentlich bekannten Fotografen gab es im Apparat noch Deutsche und Polen, deren Namen jedoch unbekannt sind. Die Gr\u00fcnde ihres Fotografierens sind wenig lesbar und man muss annehmen, dass sie meistens dokumentarische Zwecke verfolgten.<br \/>\nDie Fotos aus dem Ghetto \u0141\u00f3d\u017a hatten schon zu Zeiten des zweiten Weltkrieges und der Okkupation ein Eigenleben. Sie wurden pr\u00e4sentiert auf Konferenzen der nazistischen Verwaltung, waren der Stolz der Faschisten bei der \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage in Litzmannstadt\u201d. Aber auch die im Ghetto eingeschlossenen Bev\u00f6lkerung wusste um den unsch\u00e4tzbaren historischen Wert der Bilder.<\/p>\n<p><small>Dr. Marek Budziarek (geb. 1951), Dr. theol. (Kirchengeschichte), Journalist, Sachbearbeiter im Museum der Geschichte der Stadt \u0141\u00f3d\u017a, Dozent f\u00fcr Kirchengeschichte am Theologischen Institut \u201eBobolanum\u201d inWarschau. Autor dutzender Buchbeitr\u00e4ge und vieler Artikel, Rezensionen etc. zu Neuester Geschichte, zum Zweiten Weltkrieg, Okkupation und Ghetto \u0141\u00f3d\u017a .<\/small><\/p>\n<p>Ute Wrocklage, Fotohistorikerin, Hamburg: <strong>Fotografische Quellen aus dem Lager Auschwitz: Bauleitung, Erkennungsdienst, Widerstand.<\/strong><\/p>\n<p><em>(kein Abstract vorhanden)<\/em><\/p>\n<p>Michalina Wysocka, Leiterin des B\u00fcros zur Archivierung und Nutzung der Dokumente des Institut des Nationalen Gedenkens, Warschau: <strong>\u00dcber die Sammlung von Fotografien aus den Jahren der Besatzungszeit 1939-45 im Institut des Nationalen Gedenkens.<\/strong><\/p>\n<p><em>(kein Abstract vorhanden)<\/em><\/p>\n<p>Agnieszka Luczak und Dr. Aleksandra Pietrowicz, Institut des Nationalen Gedenkens (OBEP IPN Abt. Pozna\u0144\/Posen): <strong>Die Ausstellung \u201eDas Alltagsleben im besetzten Gro\u00dfpolen 1939-1945 \u2013 Konzeption und Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung, konzipiert von der Posener Abteilung des B\u00fcros f\u00fcr \u00d6ffentliche Bildung im Institut f\u00fcr Nationales Gedenken, wurde zum ersten Mal im Februar 2003 gezeigt. Seitdem war sie in 15 St\u00e4dten der Wojewodschaften Gro\u00dfpolen und Lebus zu sehen. Wir erstellten das allgemeine Konzept, f\u00fchrten eine Quellenrecherche durch und sammelten die Mehrzahl der ausgestellten Exponate. In die Quellenrecherche bezogen wir das Archiv Neuer Akten in Warschau, das Archiv und die Bibliothek in Posen, die \u00f6ffentliche Bibliothek in Oborniki sowie zehn Museen in Posen und Gro\u00dfpolen mit ein. Des weiteren durften wir auf Sammlungen von Privatpersonen zur\u00fcckgreifen.<br \/>\nDer Zeitrahmen der Ausstellung umfasst die gesamte Besetzung Gro\u00dfpolens durch das NS-Regime, sprich: September 1939 bis Februar 1945. Bez\u00fcglich des Territoriums beschr\u00e4nkten wir uns auf das Gebiet der Wojewodschaft Posen in den Grenzen der Vorkriegszeit.<br \/>\nUnser Ziel war es, die allt\u00e4glichen Lebensumst\u00e4nde der Bev\u00f6lkerung im besetzten Gro\u00dfpolen darzustellen und zu zeigen, wie Krieg und politische F\u00fchrung der Bev\u00f6lkerung ihren Stempel aufdr\u00fcckten. Wir wollten das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Spektrum an Aspekten des Alltagslebens jenes Gebietes darstellen, das der Gauleiter Arthur Greiser selbst als \u201eMustergau\u201c bezeichnete. Dargestellt werden sollte die Konfrontation zwischen Polen und Deutschen im Alltagsleben in ihren verschiedensten Aspekten, sowohl in der Gro\u00dfstadt, als auch in der Kleinstadt und auf dem Dorf. Das gesammelte Foto- und Dokumentationsmaterial umfasst solche Lebensbereiche wie: die materielle Situation (so zum Beispiel von Eltern und ihren Kindern, Arbeits- und Urlaubsbedingungen, die Versorgungs- und Wohnungssituation sowie Gesundheits- und Sozial\u00e4mter), Kommunikation und Gemeinschaft, demografischer Wandel, religi\u00f6ses Leben, Bildung, Lehre, Kultur, Spiel und Sport. Alle diese Lebensbereiche wurden durch die Politik der Besatzer beeinflusst, selbst gew\u00f6hnliche Alltagsbereiche waren immer auch betroffen von Problemen wie Aus- und Umsiedlung, Germanisierung und Diskriminierung, Terror und Ausrottung. Diese Politik bestimmte auch die Regeln des Zusammenlebens von deutscher und polnischer Bev\u00f6lkerung. Sowohl die sich irgendwo weit entfernt abspielenden K\u00e4mpfe des Krieges und der Diplomatie, wie auch das Martyrium und der Kampf des polnischen Untergrunds bilden den Hintergrund des grauen Alltags, einen wohlgemerkt eminent wichtigen Hintergrund.<br \/>\nUm das Alltagsleben im besetzten Gro\u00dfpolen m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig und objektiv darstellen zu k\u00f6nnen, bedienten wir uns verschiedener Arten von fotografischen Quellen, und zwar: Fotografien mit offiziellem Charakter, Propagandafotos (Presse, Sonderausgaben, Dokumentationen deutscher Propagandastellen), Fotografien aus privaten Quellen, die insbesonders in Regionalmuseen gesammelt wurden (polnische und deutsche), sowie Fotos, die im polnischen Untergrund entstanden. Zur Vervollst\u00e4ndigung des Bildes der Okkupationszeit dienten Postkarten aus der Zeit der Besatzung, die \u00fcber Menschen, Objekte und Orte Aufschluss geben.<br \/>\nIn der Ausstellung werden des weiteren Dokumente, Formulare und amtliche Bekanntmachungen, Alltagsgegenst\u00e4nde, Pressefragmente und private Korrespondenzen gezeigt.<\/p>\n<p><small>Agnieszka \u0141uczak, Historikerin, Absolventin der Historischen Fakult\u00e4t der Adam-Mickiewicz-Universit\u00e4t Posen, ist seit 2000 Mitarbeiterin der Posener Abteilung des B\u00fcros f\u00fcr \u00d6ffentliche Bildung im Institut f\u00fcr Nationales Gedenken. Seit vielen Jahren widmet sie sich Themen wie dem Verlust des Kulturerbes des Landadels sowie der katholischen Kirche in Gro\u00dfpolen in der Zeit der Nazi-Okkupation 1939-1945. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen, die sich mit adeligen Gutsh\u00e4usern und -h\u00f6fen in Gro\u00dfpolen und deren Schicksal im Krieg besch\u00e4ftigen. Zuletzt publizierte sie: Verluste kirchlichen Kulturgutes im Wartheland w\u00e4hrend der Okkupation, in: S. Jankowiak, J. Milosz: Die Geschichte der katholischen Kirche in Gro\u00dfpolen und in Westpommern, Poznan 2004 sowie Wertvoll, Unbezahlbar, Verloren, in: Dr. hab. Andrzej Kwileckiego: Gro\u00dfpolnischer Landadel. Im aristorkratischen Kreise, Pozna\u0144 2004. Sie ist Mitgestalterin der Ausstellung Alltagsleben im besetzten Gro\u00dfpolen 1939-1945, die seit 2002 in zahlreichen St\u00e4dten Gro\u00dfpolens gezeigt wurde. F\u00fcr ihre Forschungsarbeit zur Problematik des verlorenen Kulturerbes erhielt sie 2004 ein Stipendium des Polnischen Ministeriums f\u00fcr Kultur.<\/small><\/p>\n<p><small>Aleksandra Pietrowicz, Absolventin der Historischen Fakult\u00e4t der Adam-Mickiewicz-Universit\u00e4t in Posen, arbeitet seit 2001 in der Posener Abteilung des B\u00fcros f\u00fcr \u00f6ffentliche Bildung im Institut f\u00fcr Nationales Gedenken. Sie besch\u00e4ftigt sich allem voran mit der Geschichte der Besetzung Gro\u00dfpolens in den Jahren 1939-1945 und der Teilnahme von B\u00fcrgern Gro\u00dfpolens in den Strukturen des polnischen Untergrundstaates. Sie publizierte u.a. Die informelle und dokumentierende T\u00e4tigkeit der Hauptdelegatur der Regierung der Polnischen Republik f\u00fcr die dem Dritten Reich einverleibten Gebiete, in: W. Grabowski: Die informelle T\u00e4tigkeit des polnischen Untergrundstaates, S. 42-57, sowie Die Beteiligung der Frauen an der Organisatioon \u201eOjczyzna\u201c (Vaterland) 1939-1945, in: El\u017cbieta Zawacka, Materialien zur popul\u00e4rwissenschaftlichen Sitzung in Thorn, Teil 2: Referate und Reden, Thorn 1998. Sie war Mitherausgeberin des Bandes \u201eOjczyzna\u201c 1939-1945. Dokumente, Erinnerungen, Publikationen, Posen 2004 (mit Z. Mazur) und der Berichte aus den dem Dritten Reich einverleibten Gebieten (1942-1944), Posen 2004 (mit M. Rutowska und Z. Mazur). Ferner verfa\u00dfte sie Sach- und Personenbeitr\u00e4ge in der Enzyklop\u00e4die des Gro\u00dfpolnischen Widerstands 1939-1945 unter der Redaktion von M. Wo\u017aniak, Posen 1998. Sie ist Mitgestalterin der Ausstellung Alltagsleben im besetzten Gro\u00dfpolen 1939-1945.<\/small><\/p>\n<h3>Freitag, 10. Juni 2005<\/h3>\n<p>Andrzej Rybicki, Museum f\u00fcr Fotografiegeschichte, Krakau: <strong>Die Ausstellung &#8220;Barrieren \u00fcberwinden &#8211; Br\u00fccken bauen. Der Krieg in den Fotografien eines deutschen und eines polnischen Soldaten&#8221;.<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni 2004 pr\u00e4sentierte das Museum der Fotografiegeschichte in Krakow die Ausstellung \u201eBarrieren brechen \u2013 Br\u00fccken bauen. Der Krieg in den Fotografien von deutschen und polnischen Soldaten\u201c. Es wurden 4 Sammlungen von Fotografien aus dem Zweiten Weltkrieg gezeigt, Fotos von dem Obergefreiten Helmut Riemann, von Unteroffizier Tadeusz Szuma\u0144ski, von Oberleutnant Dr. med. Czes\u0142aw Elektorowicz sowie Fotos aus dem okkupierten Zeitungs-Verlag Krakau-Warschau. Der Ausstellungsarchitekt versuchte darzustellen, wie gew\u00f6hnliche Soldaten, in die Kriegswirren oft gegen ihren Willen verwickelt, den Krieg durch das Objektiv einer Kamera sahen.<br \/>\nDie ausgestellten Sammlungen sind eine Dokumentation des Kriegspfades ihrer Autoren. Die dazugeh\u00f6rigen Daten wurden erz\u00e4hlt, so als ob es zu vermeiden gelte, die Bildunterschrift in Konkurrenz zum Bild zu setzen. Das Bild des Krieges, aufgenommen von seinen Teilnehmern, tritt genauso stark hervor auch ohne Bildunterschriften. Die Fotografien haben die Kriegszerst\u00f6rungen, die Entv\u00f6lkerung der St\u00e4dte, die Wege voll mit der Dramatik der Flucht, aber auch Freude \u00fcber den Sieg und ein wenig Humor eingefangen. Es gibt auch Bilder vom Tod, von Grabstellen der Kameraden, von Verletzten und dem Verscharren der Ermordeten. Die Sammlung Riemann endet mit ersch\u00fctternden Bildern des Grabes des Obergefreiten vor Leningrad. Diese Fotografie unterscheidet die Sammlung Riemann von den anderen ausgestellten Sammlungen. Tadeusz Szuma\u0144ski und Czes\u0142aw Elektorowicz \u00fcberlebten den Krieg, es gab keinen Anla\u00df, ein solches Foto zu machen. Der Tod Riemanns ist sauber: Gr\u00e4ber, Kreuze, kein Blut, keine Verletzungen, kein Leiden. Die Serie von Bildern des Oberleutnant Elektorowicz mit herumliegenden Leichen vor Monte Cassino, oder die Bilder des Unteroffiziers Szuma\u0144ski aus dem Feldlazarett sind eine naturalistische Illustration des Todes und der soldatischen Leiden.<br \/>\nDie vierte Kollektion in der Ausstellung sind Fotografien aus dem Zeitungs-Verlag Krakau-Warschau. Das ist eine v\u00f6llig andere Sammlung als die anderen. Sie ist zusammengetragen von vielen Autoren, technisch, in der Aufmachung und Gestaltung hervorragend. Bei manchen k\u00f6nnte man die Echtheit anzweifeln, als ob sie gestellt w\u00e4ren. Diese Fotos stellen direkt das Kampfgeschehen dar, sie adeln den Krieg. Sie wurden von Kriegsfotoreportern produziert, die ihre Anweisungen von der ausl\u00e4ndischen Propaganda erhielten. Die ver\u00f6ffentlichten Bilder der Fotografen der deutschen Propagandakompanien wurden durch vorherige Propagandathesen bestimmt: Zeigen des deutschen heldenhaften Soldaten.<br \/>\nDie in der Ausstellung pr\u00e4sentierten Fotografien der Soldaten-Fotografen sind an der Wirklichkeit des Krieges n\u00e4her dran, als die w\u00e4hrend des Krieges ver\u00f6ffentlichten Bilder. Dieses Auseinanderlaufen ist besonders sichtbar bei den deutschen Fotos. Sie halten den schriftlichen Erinnerungen der Soldaten an der Front nicht stand, z.B. der Korrespondenz von Soldaten an der Ostfront oder bei den K\u00e4mpfen in Italien. In dieser Literatur k\u00f6nnen wir ein wirkliches Bild des Krieges finden, registriert von deutschen Soldaten. Sogar die Sammlung Riemann, gemacht auf dem Siegesmarsch der Wehrmacht durch Europa, unterscheidet sich von den Pressebildern. Das Private kann man in der Anordnung finden. Die Ursachen daf\u00fcr sollte man darin suchen, dass Aufnahmen gemeiner Soldaten, wie T. Szuma\u0144ski, Cz. Elektorowicz und andere, nicht in der polnischen Presse publiziert wurden und werden. Die deutschen Verleger nutzten ausschlie\u00dflich Fotos spezieller Fotoagenturen.<br \/>\nDie Bilder der deutschen und polnischen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg haben einen zweifachen Wert: sie sind visueller Informationstr\u00e4ger, ein Zeitdokument, und gleichzeitig ein museales Objekt, ein Zeugnis der Fotografiegeschichte.<\/p>\n<p><small>Andrzej Rybicki M.A., Sachbearbeiter im Fotohistorischen Museum Krak\u00f3w, Interessenschwerpunkt ist politische Fotografie, insbesondere Kriegs- und Milit\u00e4rfotografie. Ausstellungen und Publikationen zu diesem Themenschwerpunkt, u.a. \u201eDie bolschewistischen Gefangenen aus dem Krieg 1920\u201c (1995); \u201eDie Professoren der Jagiellonen-Universit\u00e4t \u2013 Teilnehmer im polnisch-bolschewistischen Krieg\u201c (1999); \u201eDie L\u00fcge von Katyn\u201c (2000); \u201ePolen-Russland im 20.Jh. Eine schwierige Nachbarschaft\u201c (2002).<\/small><\/p>\n<p>Dr. Petra Blachetta, Historikerin, Worms: <strong>Ost- und Westjuden in den Gettos in Warschau, Lodz und Lublin unter Hinzuziehung zeitgen\u00f6ssischer Fotografien deutscher Soldaten und eines Volksdeutschen als Prim\u00e4rquellen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFoto + Text\u201c, das ist was, was f\u00fcr mich schon lange zusammengeh\u00f6rt und wobei zunehmend die Fotografie die Federf\u00fchrung \u00fcbernommen hatte. Als Hintergrundinformation mu\u00df ich sagen, ich bin begeisterte Fotografin und wurde von heute auf morgen als Fotografin einer Tageszeitung ins kalte Wasser geworfen. Daher r\u00fchren eine Menge meiner Projekte verbunden mit dem Sp\u00fcrsinn, Fotos zu identifizieren und ihre Geschichte zu entdecken. \u201eEin Bild sagt mehr als 1000 Worte\u201c, sagte mir immer mein Professor an der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt und damit kam er mir sehr entgegen.<br \/>\nAuch in diesem Falle hatte ich zuerst die Bilder und erst auf deren Grundlage entwickelte sich die Idee zum obigen Projekt und dem regional gepr\u00e4gten Interesse, den Weg von Juden aus Worms, Mainz, und Bingen nachzuzeichnen, die in Gettos nach Polen deportiert wurden und deren Spuren sich in den Vernichtungslagern Auschwitz, Treblinka und Belzec verlieren. Novum, dass dabei bisher unver\u00f6ffentlichtes Bildmaterial von Wehrmachtsangeh\u00f6rigen Verwendung findet und dies als Prim\u00e4rquelle genutzt wird. Mit der Nutzung des Querschnittsbereiches \u201eBild und Bildlichkeit\u201c wird ein methodischer Neuansatz verwendet, der gleichzeitig einen Perspektivenwechsel beinhaltet, Bilder als Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen, Bilder als Prim\u00e4rquellen zu qualifizieren. Der Einsatz investigativer Bilder in der Historie f\u00fchrt zu einer ver\u00e4nderten Funktion der Bilder im Haushalt des Wissens.<br \/>\nAus privaten Sammlungen liegen mir unver\u00f6ffentlichte Fotos aus drei Gettos in Polen vor &#8211; Lodz, Warschau, Lublin &#8211; insbesondere Bilder eines deutschen Soldaten im Getto von Lublin.<\/p>\n<ol>\n<li>Lodz: Bei den Bildern aus Lodz handelt es sich um zwei Alben, die dem &#8220;Herrn Polizeipr\u00e4sidenten Dr. Albert zur Erinnerung an unsere Zusammenarbeit bei der L\u00f6sung der Judenfrage in Litzmannstadt&#8221; wahrscheinlich von einem Volksdeutschen gewidmet wurden. Dr. Albert war auch SS-Brigadef\u00fchrer. Die Bilder sind noch nicht identifiziert, stellen aber eine gewichtige Quelle dar.<\/li>\n<li>Lublin: Durch Zufall kam ich an die Sammlung von Fotografien, die in Worms bei Privatpersonen liegen. Das waren meine ersten \u201eGetto-Fotos\u201c und die, die mich sehr neugierig auf den Hintergrund dieser Fotografien machten. Die Aufnahmen machte ein 1944 vermisst gemeldeter deutscher Soldat. Heinrich Kumpf ging wohl ganz offensichtlich wegen seiner fehlenden Ber\u00fchrungsangst sehr offen und freundlich auf seine Gegen\u00fcber zu. Er hatte hier in Worms mit typischen Westjuden zu tun, traf in Lublin jedoch auf typische Ostjuden, also ein f\u00fcr ihn v\u00f6llig neues Menschenbild, das er mit seiner Kamera \u201eeinfangen\u201c wollte und zu seiner jungen Frau nach Pfeddersheim schickte. Sp\u00e4ter wollte er ihr erkl\u00e4ren, was es mit den Bildern auf sich habe. Kathrine lie\u00df die Filme entwickeln und wunderte sich \u00fcber das Interesse ihres Mannes f\u00fcr Anthropologie, denn die Menschen, die sie hier sah, waren andere Juden als die, die sie von Worms kannte.<br \/>\nDazu sollen in Polen vorhandene Bilder aus dem Getto Piaski, einer Nebenstelle des Lubliner Gettos herangezogen werden, weil es neue Aufschl\u00fcsse zum Schicksal der Wormser, Mainzer und Binger Juden geben soll, die im M\u00e4rz 1942 dorthin deportiert wurden.<\/li>\n<li>Warschau: \u00dcber die Lubliner Fotos erhielt ich nach Ver\u00f6ffentlichung eines Beitrags in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Bildmaterial, das in einem Paderborner Antiquariat auftauchte: Bilder eines deutschen Soldaten aus dem Warschauer Getto.<\/li>\n<\/ol>\n<p><small>Dr. Petra Blachetta, Historikerin. Studium an der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt. Lebte 1988-1996 in Warschau, forschte dort wissenschaftlich und arbeitete als PR-Managerin und Chefredakteurin f\u00fcr die deutsche Industrie. 1991 Promotion zur deutschen Parteiengeschichte in Polen in der Zwischenkriegszeit. Seitdem freiberuflich als Historikerin und Journalistin t\u00e4tig. Inhaltliche Schwerpunkte: Wirtschaftsgeschichte, deutsche und j\u00fcdische Minderheit in Polen, j\u00fcdische Grabkunst in Polen, j\u00fcdische Gettos der Nationalsozialisten im besetzten Polen, daneben auch Buchver\u00f6ffentlichungen zur rechnergenerierten Bildverarbeitung. Schreibt f\u00fcr die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter J\u00fcdischen Nachrichten, The Warsaw Voice und die Wormser Lokalpresse. Buchver\u00f6ffentlichungen zur deutsch-polnischen Geschichte: Klassenkampf oder Nation? &#8211; Die deutsche Sozialdemokratie in Polen 1918-1939, Bundesarchivver\u00f6ffentlichung Nr. 49, D\u00fcsseldorf 1997; Lebn wil ich &#8211; Was blieb: J\u00fcdische Friedh\u00f6fe in Polen, Darmstadt 1999 (\u00fcberarb. poln. Ausgabe: Bialystok 2000); zuletzt: Beste Marke &#8211; Braun AG. Pfeddersheimer Wirtschaft Damals &amp; Heute, Worms und Bialystok 2004. 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