Propaganda und Widerstand

Vita

Latif und Miriam Yegane Arani

Geboren in Siegen-Weidenau, aufgewachsen in Frankfurt am Main. Studium der Klassischen Archäologie, Kunst- und Medienpädagogik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der JOHANN-WOLFGANG-GOETHE-UNIVERSITÄT in Frankfurt. Während des Studiums mehrere Werkverträge als Universitäts-Tutorin, Mitarbeit an universitätsinternen Veröffentlichungen und der universitären Selbstverwaltung. Daneben Praxiserfahrungen in den Gegenstandsbereichen der Studienfächer durch Jobs und ehrenamtliche Tätigkeiten (Ausgrabungen, Ausstellungen und außerschulische Bildung, Licht-, Ton-, Film- und Fototechnik, Business Administration). 1993 Magister Artium in Frankfurt am Main im Fachbereich Klassische Philologien und Kunstwissenschaften mit einer wissenschaftlichen Hausarbeit zum Thema „Das Schattenbild. Zur Wahrnehmung und Kulturgeschichte eines visuellen Phänomens“.

Nach mehreren Werkaufträgen der Gesellschaft für interkulturelle Begegnung, Bildung und Supervision e.V. 1993/94 als Kamerafrau und Dokumentarin entschied ich mich zu einer medienhistorischen „Ausgrabung“ in Polen, lernte Polnisch und begann 1994 mit der Erforschung fotografischer Bildquellen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Polen. Stipendien des POLSKO-NIEMIECKIE TOWARZYSTWO AKADEMICKIE und der deutschen FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG ermöglichten mir längere Forschungsaufenthalte in Polen, über deren Ergebnisse ich seit 1997 in Vorträgen und Veröffentlichungen berichte. Daneben Organisation mehrerer deutsch-polnischer Tagungen und 2002-2009 ehrenamtliche Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft e.V. 2004 wurde ich aufgrund meiner bisherigen Forschungsleistungen zur Fotografiegeschichte als Mitglied in die DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR PHOTOGRAPHIE e.V. berufen. Meine 2008 veröffentlichte Dissertation „Fotografische Selbst- und Fremdbilder von Deutschen und Polen im Reichsgau Wartheland 1939-1945“ an der UNIVERSITÄT DER KÜNSTE BERLIN wurde von Prof. Dr. Diethart Kerbs und dem polnischen Historiker Prof. Dr. Edmund Dmitrow betreut. Für diese Untersuchung wurde mir am 16. Dezember 2008 im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin der erste Förderpreis des Botschafters der Republik Polen, Dr. Marek Prawda, verliehen. Der Jury, der ich herzlich danke, gehörten an: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg (Justus-Liebig-Universität Giessen), Prof. Dr. Chris Hann (Max-Planck-Institut für Ethnologie Halle/S.), Prof. Dr. Christoph Kleßmann (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Prof. Dr. Wojciech Kunicki (Uniwersytet Wroclawski), Prof. Dr. Anna Wolff-Poweska (Uniwersytet im. Adama Mickiewicza Poznan), Prof. Dr. Robert Traba (Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften).

Im Frühjahr/Sommer 2009 habe ich dank der Gerald D. Feldman-Reisebeihilfen der Stiftung DGIA in Großbritannien und Polen Recherchen zu den in Fotografien überlieferten Selbst- und Fremdbildern polnischer Juden aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs durchführen können.

Mitglied des Forum UNESCO University and Heritage Network

Miriam Yegane Arani


Man sagt, dass die Erkenntnis, die von der Erfahrung erzeugt wird, rein handwerksmäßig sei, und nur diejenige wissenschaftlich, die im Geist entsteht und endet, und auf halbem Weg zwischen Wissenschaft und Handwerk diejenige [liegt], die aus der Wissenschaft entsteht und im Werk der Hände endet. Doch scheint mir, dass jene Wissenschaften eitel und voller Irrtümer sind, die nicht geboren wurden aus der Erfahrung, der Mutter jeder Gewissheit, oder [die] nicht in einer bekannten Erfahrung enden, das heißt solche, bei denen weder Ursprung noch Mittelweg noch Ende durch irgendeinen der fünf Sinne hindurchgehen. Und wenn wir an der Gewissheit aller Dinge, die durch die Sinne gehen, zweifeln, um wie viel mehr müssen wir an den Dingen zweifeln, die diesen Sinnen aufsässig sind, wie etwa die Wesenheit Gottes und der Seele und Ähnliches, worüber man streitet und kämpft; denn wahrlich, es geschieht, dass immer, wo die Vernunft ausbleibt, das Gezänk einspringt, was bei den Dingen, die gewiss sind, nicht geschieht.
(Leonardo da Vinci, Philosophische Tagebücher, Hamburg 1958, S. 27, 29)